Lebensspur

Der Totschläger Wilhelm B. raucht sich im Gefängnis durch die Bibel. D.h. er liest eine Seite und reißt sie heraus. Dann teilt er sie in vier gleichgroße Stücke, rollt Tabak in eines der „Blättchen" und raucht es. Als er 1983 bei Matthäus 5 ankommt beeindrucken ihn Jesu Worte: ,,Ihr seid das Licht der Welt." Er fragt sich: ,,Kann das stimmen - ich soll Licht sein?" Sein Leben sieht finster aus: Ihm blüht lebenslange Haft mit Sicherheitsverwahrung. W.B. betet: „Gott, du musst doch in der Lage sein, mich zu verändern. Ich selber kann das gar nicht. Besieg mich und zeig mir, was du kannst." In den nächsten Monaten stellen Wärter und Mitgefangene fest: Der „Wilhelm" zettelt keine Schlägereien mehr an. Er selbst erkennt, Gott wirkt! Wihelm betet und will sich zukünftig nur noch an Jesus Christus orientieren.

,,Die Hölle plündern"

Nach neun Jahren Haft in Bruchsal (bei Karlsruhe)  wird er entlassen. Heute besucht er eine evangelische Gemeinde. Der 63-Jährige arbeitet als Alltagsbe-gleiter in einem Blindenheim: ,,Das Beste ist, dass ich Gott jeden Tag dienen kann." Er erzählt auf Jugendveranstaltungen, wie sich sein Leben radikal wendete: ,,Wenn Gott mit mir fertig geworden ist, wie leicht hat er es dann mit dir!" Sein Leitspruch: ,,Wir müssen die Hölle plündern und den Himmel bevölkern!"

S.Regörk